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Steuern / Einkommensteuer 
Donnerstag, 14.03.2019

Verluste aus Knock-Out-Zertifikaten können steuerlich anerkannt werden

Wenn ein Steuerpflichtiger in Knock-Out-Zertifikate investiert hat, die durch Erreichen der Knock-Out-Schwelle verfallen, kann er den daraus resultierenden Verlust nach der seit 01.01.2009 unverändert geltenden Rechtslage im Rahmen seiner Einkünfte aus Kapitalvermögen abziehen. So entschied der Bundesfinanzhof entgegen die Auffassung der Finanzverwaltung (Az. VIII R 37/15).

Der Kläger hatte im Streitjahr 2011 verschiedene Knock-Out-Zertifikate erworben, die je nach Kursverlauf der Basiswerte auf Zahlung eines Differenzausgleichs gerichtet waren. Noch während des Streitjahrs wurde die sog. Knock-Out-Schwelle erreicht. Dies führte zur Ausbuchung der Kapitalanlagen ohne jeglichen Differenzausgleich bzw. Restwert. Das Finanzamt erkannte die daraus resultierenden Verluste nicht an.

Der Kläger bekam in erster und zweiter Instanz Recht. Unabhängig davon, ob im Streitfall die Voraussetzungen eines Termingeschäfts vorgelegen hätten, seien die in Höhe der Anschaffungskosten angefallenen Verluste steuerlich zu berücksichtigen. Liege ein Termingeschäft vor, folge dies aus dem Einkommensteuergesetz (neu: § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 Buchst. a EStG), der jeden Ausgang eines Termingeschäfts erfasst. Die gegenteilige Auffassung zur alten Rechtslage sei überholt. Wenn kein Termingeschäft vorliege, sei ein Fall der “Einlösung” (§ 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 7 i. V. m. Abs. 2 Satz 2 EStG) gegeben. Diese Auslegung sei aus verfassungsrechtlichen Gründen geboten, um die Steuerlast am Prinzip der finanziellen Leistungsfähigkeit und dem Gebot der Folgerichtigkeit auszurichten.

Hinweis

Seit Einführung der Abgeltungssteuer sind grundsätzlich sämtliche Wertveränderungen im Zusammenhang mit Kapitalanlagen zu erfassen. Dies gilt gleichermaßen für Gewinne und Verluste.

Bei Fragen wenden Sie sich an Ihren steuerlichen Berater!

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